Bayerns Gasspeicher sind derzeit alarmierend niedrig – teils im einstelligen Bereich. Das ist ein ernstes Warnsignal für die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig gelten klare Vorgaben: Bis zum 1. Februar müssen die meisten Speicher mindestens 30 Prozent gefüllt sein, für vier bayerische Speicher sogar 40 Prozent.
Diese Situation ist das Ergebnis politischer Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre. Deutschland hat sich energiepolitisch einseitig abhängig gemacht und gleichzeitig stabile Versorgungsquellen vorschnell aufgegeben. Der Krieg in der Ukraine hat die Lage zusätzlich verschärft – doch statt pragmatisch zu handeln, wurde Energiepolitik zunehmend ideologisch geführt.
Ein zentraler Fehler war die Abschaltung der Kernkraftwerke. Damit wurde eine verlässliche Form der Stromerzeugung aufgegeben, ohne dass gleichwertiger Ersatz zur Verfügung stand. Wind- und Solarenergie können keine Grundversorgung sicherstellen, da sie wetterabhängig sind und keinen Strom rund um die Uhr liefern.
Um diese Lücke zu schließen, muss heute vermehrt Gas zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Dadurch steigt der Gasverbrauch zusätzlich – und die Gefahr einer Gasmangellage verschärft sich weiter. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern die direkte Folge ideologisch motivierter Entscheidungen.
Der Bezug von russischem Gas darf in dieser Lage kein politisches Tabu sein. Wenn ansonsten eine Gasmangellage droht, muss Versorgungssicherheit Vorrang vor Symbolpolitik haben.
Stattdessen hat sich Deutschland in neue Abhängigkeiten begeben: LNG-Gas aus den USA ersetzt Pipelinegas. Dieses Gas muss verflüssigt, über weite Strecken transportiert und wieder in Gas umgewandelt werden. Das ist deutlich teurer, ineffizienter und belastet sowohl Verbraucher als auch Unternehmen. Zudem stehen geringere Mengen zur Verfügung als bei klassischem Pipelinegas.
Die Folgen sind spürbar: Hohe Energiepreise gefährden Arbeitsplätze, schwächen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und führen dazu, dass Unternehmen Produktion reduzieren oder ins Ausland verlagern.
Deutschland braucht eine realistische Energiepolitik, die sich an Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und technischer Machbarkeit orientiert – nicht an ideologischen Vorgaben.
Unsere Forderungen:
1. Sofortiger Energieplan mit transparenter Speicherstrategie und täglicher Information.
2. Stärkung der eigenen Versorgung durch Ausbau von Netzen, Speichern, erneuerbaren Energien und gesicherter Leistung.
3. Ergebnisoffene Prüfung aller Optionen – einschließlich bestehender Importwege und der Kernenergie – um Abhängigkeiten zu reduzieren und Stabilität zurückzugewinnen.
Deutschland braucht bezahlbare Energie, Versorgungssicherheit und mehr Unabhängigkeit – für Haushalte und für unseren Wirtschaftsstandort.
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